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2010
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(2010): Kultur als soziales Gedachtnis. In: Kolner Zeitschrift fur Soziologie und Sozialpsychologie (Sonderheft) (50), S. 427-440
Abstract: The article proposes a concept of culture that conceptualizes culture as social memory. Opposing Andreas Wimmer's position, the following aspects are accentuated: (1) Assuring connectibility of communication and reduction of uncertainty by standardized expectations are defined as primary problems of reference whose solution is a necessary precondition of rational action and for the construction of "cultural compromises" in Wimmer's sense. (2) Latent relations of meaning, not noticed by the actors but potentially effective as determinants and consequences of their actions, are taken into account. (3) It is assumed that cultural orientations, shaping intentional and voluntarily performed actions, are correlated with the position of actors within structures of social inequality, contributing to the reproduction and legitimization of these structures in a way being potentially latent to the actors. (author's abstract) Der vorliegende Beitrag begreift Kultur als soziales Gedachtnis. Dieser Vorschlag unterscheidet sich von der von Andreas Wimmers in der Arbeit "Kultur als Kompromiss" (im gleichen Heft) dargestellten Position vor allem in den folgenden Hinsichten: (1) Er versteht die Probleme der Sicherung kommunikativer Anschlussfahigkeit und der Ermoglichung von Erwartungssicherheit als ubergeordnete Bezugsprobleme, deren Losung Bedingung der Moglichkeit fur interessenrationales Handeln und fur die Bildung "kultureller Kompromisse" im Sinne Wimmers ist. (2) Er rechnet mit latenten Sinnbeziehungen, die von den Handelnden nicht registriert, aber gleichwohl als Determinanten und Konsequenzen ihres Handelns wirksam werden. (3) Er geht davon aus, dass auch die Richtung des Willens der Akteure durch kulturelle Orientierungen gepragt sein kann, die in engem, aber fur die Akteure unter Umstanden latentem Zusammenhang mit ihrer sozialen Lage stehen und die sowohl zur Reproduktion von Strukturen sozialer Ungleichheit als auch zu deren Legitimation beitragen konnen. (Autorenreferat)
2005
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(2005): Socialization theories. HAFOS Hamburger Forschungsberichte zur Sozialpsychologie 56 (56). Online verfügbar unter http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:291-psydok-23211, zuletzt geprüft am 11.02.2018
Abstract: Der Begriff der Sozialisation wird, je nach Perspektive, sehr unterschiedlich expliziert. Dadurch ist eine Vielzahl von Einzelkenntnissen generiert worden, die manche Prozesse transparent und verständlich machen. Diese verschiedenen Ansätze und Erkenntnisse werden miteinander zu einem Rahmenkonzept zusammengeführt, um sich dem komplexen Begriff der Sozialisation anzunähern. Zuerst werden Theorien und ihr Bezug zu einer systemischen Konzeption sowie einige Forschungsergebnisse vorgestellt. Hierbei wird der Bogen vom Individualsystem-Niveau (soziales Lernen) über Mikrosystem-Niveau (primäre Sozialisation) und Mesosystem-Niveau (sekundäre Sozialisation) zum Makrosystem-Niveau (tertiäre Sozialisation) gespannt. Das Rahmenkonzept bietet eine erste Formalisierung des Sozialisationseffekts, deren Funktion anhand ausgewählter Ergebnisse dargestellt wird. Weitergehend wird das Zusammenspiel von Evolution und Kultur und den resultierenden Folgen für die Grenzen und Möglichkeiten der Sozialisation diskutiert. Ziel ist es, eine erweiterte systemtheoretische Sichtweise von sozialisationsbedingten Prozessen zu eröffnen und einen Beitrag zu einer umfassenden Theoriebildung in diesem Bereich zu leisten.
1999
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(1999) : Die Integration des Selbst und der Moral in der Entwicklung moralischen Engagements In: Edelstein, Wolfgang; Nunner-Winkler, Gertrud; Noam, Gil (Hg.): Moral und Person: 1. Aufl., [Nachdr.]: Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft Beiträge zur Soziogenese der Handlungsfähigkeit), S. 149-174
Abstract: Es wird eine bestimmte Sichtweise des Zusammenspiels von interpersonellem Einfluss, moralischer Entwicklung und dem Selbst entworfen. Als zentrale grundlegende Behauptung wird expliziert, dass das Individuum während des Entwicklungsverlaufs einen aktiven Anteil an der Gestaltung seiner Gruppen hat. Die hierin vorgenommene Verbindung von Entwicklungs- und Sozialpsychologie wird als Zieltransformationsansatz bezeichnet. An einer Fallgeschichte wird nachgezeichnet, wie sich im Laufe der Entwicklung von Individuen ihre Ziele ändern: Persönliche Ziele werden zu moralischen Zielen, moralische Ziele werden zunehmend wichtiger für das Selbstgefühl, sind zunehmend weniger vom Selbstinteresse zu differenzieren. Erkenntnisse, die in einer Gruppe von moralisch vorbildlichen Individuen gewonnen wurden, werden als Argumentationsgrundlage herangezogen. zitiert von: 19
1997
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(1997) : The modularity of social intelligence In: Whiten, Andrew; Byrne, Richard W. (Hg.): Machiavellian intelligence II. Extensions and evaluations: Cambridge: Cambridge University Press, S. 264-288
Abstract: Argues that the social intelligence hypothesis, while stimulating and exciting, is vague and imprecise, and that some of its propositions are empirically empty and should be dropped. A "modular" version of the social intelligence hypothesis is proposed, which offers a specific theory about the mechanisms of social intelligence. Assumptions of this hypothesis are discussed in detail and an example of an experimental test of the resulting predictions illustrates that the hypothesis produces testable predictions and can explain apparently contradictory data previously considered irrational. It is argued that the investigation of social intelligence should be driven by theory and empirically tested and that the modular version outlined offers a starting point.
1996
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(1996): Bedingungen und Auswirkungen der Analyse von Kultur(en) und interkulturellen Interaktionen
Abstract: Ein theoretisches Modell zur Beschreibung und Analyse von interkulturellen Prozessen wird vorgestellt. Zentrales Anliegen des Modells ist es, die Dynamik zwischen kultureller Konstanz in uberdauernden kulturellen, womoglich universell gultigen Strukturen und kulturellem Wandel zu verdeutlichen. Dabei wird auch auf das Problem der Abgrenzungs- und Zugehorigkeitsfunktion von Kultur in Verbindung mit dem zugleich thematisierten Aspekt der autonomen, kulturellen Produktion eingegangen. Zentrale Elemente des Modells sind als Analyseeinheit die "Situation" (kulturelle Uberschneidungssituation), aufgefasst als interdependentes Verhaltnis von Individuum und Umwelt, "Schemata" als Reprasentanten von inneren und ausseren Phanomenen sowie die von J. Piaget entlehnten Begriffe der Assimilation, Akkomodation und Aquilibration, mit denen der Gesichtspunkt der erfolgreichen Adaptation an sich verandernde situative Bedingungen betont wird. In der Fahigkeit zur kollektiven, nichtbiologischen Adaptation auf intermediarer Ebene wird ein Ausdruck der Kulturfahigkeit des Menschen gesehen. Mit dem Begriff der praadaptiven Gegensatze werden universell gultige Dilemmata bezeichnet, die vor jeder konkreten Adaptationsleistung fur alle Menschen bestehen. Weitere vorgeschlagene Begriffe sind "adaptives Pendeln" und "adaptive Achsen". Auf die Bedeutung der vorgestellten Theorie fur interkulturelle Kommunikation und fur die Funktion von Mediatoren als Vermittler zwischen Kulturen wird hingewiesen. zitiert von 115
1994
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(1994): Zahlung und Achtung. Die Interpenetration von Okonomie und Moral. In: Zeitschrift fur Soziologie 23 (5), S. 388-411
Abstract: Okonomische Vorgange der Zahlung und moralische Zuteilungen von Achtung und Missachtung gelten nach N. Luhmanns Theorie der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft in autopoietisch operierende Teilsysteme als fur immer geschieden. Die Kluft zwischen ihnen ist unuberbruckbar. Diese These wird einer kritischen Prufung unterzogen. Als Alternative wird die Interpenetration von Zahlung und Achtung als Bauprinzip der Moderne herausgearbeitet. Dabei werden die individualistische Berufsethik und der okonomische Liberalismus, die Wohlfahrtsmoral und die Wohlfahrtsokonomie sowie die Umweltmoral und die Umweltokonomie als drei Stufen der gegenseitigen Durchdringung von Okonomie und Moral interpretiert. Weder Luhmanns Theorie der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft in autopoietisch operierende Teilsysteme noch die Theorie des kommunikativen Handelns von J. Habermas nehmen diese Eigenart moderner Gesellschaften systematisch in ihren Blick. Sie konnen deshalb keine Losungen fur ihre daraus resultierenden Integrationsprobleme anbieten. Diese sind weder im Diskurs noch in der strukturellen Kopplung autopoietischer Funktionssysteme, sondern in institutionell geregelten Verfahren der Vermittlung von Okonomie und Moral zu suchen. Die okologische Krise der Gegenwart ist weder in der Unzuganglichkeit der Wirtschaft fur moralische Steuerung noch in einem zu geringen Hineingreifen der Moral in die Wirtschaft verwurzelt, sondern in der Moral der Wohlfahrtsokonomie und in ihrer korrespondierenden Leitidee von okonomischer Rationalitat. Ihre Bewaltigung verlangt einen Strukturwandel der herrschenden Moral und der herrschenden Definition von okonomischer Rationalitat zugleich. zitiert von: 87
1990
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(1990): "Habits", "Frames" und "Rational Choice". Die Reichweite von Theorien der rationalen Wahl (am Beispiel der Erklarung des Befragtenverhaltens). In: Zeitschrift fur Soziologie 19 (4), S. 231-247
Abstract: Discusses the breadth of theories of rational choice. It is first pointed out that rational-choice explanations of social processess have frequently been criticized in the social sciences by pointing out that they presuppose an optimally informed and maximation-oriented actor. Therefore, traditional action and phenomena related to the definition of the situation principally cannot be assessed with this approach. It is shown that orientations of action toward routines (habits) or the situational dominance of specific goals and codes (frameworks) can be conceived as special cases of the theory of rational choice. In this theoretical concept, it is then possible to explain why institutions are often very resistant to environmental changes: because the actors know how to deal rationally with their bounded rationality. The theoretical reconstruction is illustrated with examples of respondent behavior in interviews. Die Reichweite von Theorien der rationalen Wahl wird erortert. Zunachst wird darauf hingewiesen, dass "Rational-Choice"-Erklarungen sozialer Prozesse in den Sozialwissenschaften haufig mit dem Hinweis kritisiert worden sind, sie setzten einen perfekt informierten und kalkulierenden Akteur voraus. Traditionales Handeln und Phanomene der Definition der Situation seien daher mit diesem Ansatz prinzipiell nicht zu erfassen. Es wird gezeigt, dass die Orientierung des Handelns an Routinen (habits) bzw. die situationelle Dominanz bestimmter Ziele und Codes (frames) als Spezialfalle der Theorie der rationalen Wahl konzipierbar sind. In dieser theoretischen Fassung wird dann auch erklarbar, warum Institutionen gegenuber Anderungen in der Umwelt oft sehr resistent sind. Deswegen namlich, weil die Akteure mit ihrer "bounded rationality" rational umzugehen verstehen. Die theoretische Rekonstruktion wird am Beispiel des Befragtenverhaltens im Interview illustriert. zitiert von 467
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