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  • 2012

  • Schröder, Johannes (2012): Gesund altern. Individuelle und gesellschaftliche Herausforderungen. Heidelberg: Universitätsverlag Winter (Schriften des Marsilius-Kollegs)

    Abstract: Die Bedeutung von sozialer Anerkennung für Gesundheit im Alter wird erörtert. (Soziologische) Grundthese dabei ist, dass Anerkennungskrisen ein gesundheitliches Risiko darstellen. Zunächst werden Voraussetzungen für eine empirische Überprüfung dieser These benannt. Dann wird betont, dass verletzte soziale Reziprozität ihren prägnantesten Ausdruck in vertraglichen Kooperationsbeziehungen findet, und hier am deutlichsten im arbeitsvertraglich geregelten Tausch von Leistung und Belohnung in der Erwerbsarbeit. Mit dem Modell beruflicher Gratifikationskrisen wurde ein Ansatz entwickelt, stresstheoretisch relevante Anerkennungskrisen im Erwerbsleben zu definieren, zu messen und bezüglich ihrer gesundheitlichen Folgen zu untersuchen. Das Modell wird vorgestellt, und es wird ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ergebnisse aus epidemiologischen und experimentellen Studien gegeben. Dabei interessiert die Frage, wie weit Anerkennungskrisen im Beruf die Gesundheit im mittleren und höheren Lebensalter beeinträchtigen. Wenn die eingangs genannte These jedoch eine allgemeinere Geltung beanspruchen soll, dann muss nachgewiesen werden, dass Anerkennungskrisen auch im Leistungszusammenhang außerhalb bezahlter Erwerbsarbeit negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Im Anschluss wird dies am Beispiel einer unbezahlten sozial produktiven Tätigkeit, dem ehrenamtlichen Engagement im mittleren und höheren Lebensalter, überprüft. Hierbei wird angenommen, dass fehlende soziale Reziprozität bei entsprechendem Engagement mit ungünstigerer - vor allem psychischer - Gesundheit einhergeht. Schließlich wird danach gefragt, ob auch außerhalb eines definierten Leistungsgeschehens, in emotional getragenen engen sozialen Beziehungen, vorrangig im Bereich der Partnerschaft, fehlende Anerkennung das Erkrankungsrisiko im mittleren und höheren Lebensalter erhöht. Abschließend werden gesellschaftspolitische Folgerungen kurz diskutiert (Verbesserungen gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen und der Arbeitsqualität und flankierende regionale, nationale und internationale Maßnahmen).

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