Alle Publikationen
- <<
- <
- 1
2017
-
(2017): Moralpsychologie. Transdisziplinäre Perspektiven. 1. Auflage. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer (Ethik im Diskurs)
Abstract: Die Entwicklung des moralischen Urteils und der moralischen Motivation wird zusammenfassend dargestellt. Im Einzelnen betreffen die Ausführungen folgende Aspekte: das kindliche Moralverständnis, moralisches Wissen, moralische Motivation, auf die Moral bezogene Lernprozesse, die Entwicklung moralischer Motivation, die Entwicklung kognitiver Strukturen, die soziokognitive Strukturentwicklung, das Zusammenspiel von Motivation und Urteil (moralische Sensibilität, moralische Haltung), moralpsychologische Forschungsdesiderate. Es wird aufgezeigt, dass nach der neueren Forschung Kohlbergs Theorie Dimensionen bündelt, die unabhängig voneinander variieren können - moralisches Wissen und moralische Motivation, Entwicklung kognitiver und soziokognitiver Denkstrukturen, bereichsspezifische Wissenssysteme. Bereits Kinder wissen früh um die kategorische Sollgeltung moralischer Normen. Moralische Motivation, ein intrinsisches, formal-urteilbezogenes "second-order desire", entwickelt sich aber erst verzögert. Sie nimmt dann im Durchschnitt stetig zu, wobei allerdings individuelle Verläufe - auch in Abhängigkeit von der Identifikation mit herrschenden Geschlechtsstereotypen - erheblich variieren. Differenzierte moralische Urteilsbildung erfordert die Entwicklung kognitiver und soziokognitiver Strukturen sowie die Bereitschaft zu moralischem Selbstmanagement, also die Bereitschaft, automatisch und unbewusst ablaufende Prozesse vorurteilsgesteuerter Wahrnehmung durch bewusst eingesetzte Gegenstrategien zu kontrollieren.
- <<
- <
- 1
